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Forecast hinzufügen
TIP
Ein präziser Forecast ist die Grundlage für eine vorausschauende Beschaffungsplanung und optimale Bestandsführung. Hier definieren Sie systematisch, welche Artikel in welchen Mengen und zu welchen Zeitpunkten von Ihren Kunden benötigt werden.
Die Erstellung eines neuen Forecasts ermöglicht es Ihnen, zukünftige Bedarfe strukturiert zu erfassen und in die Planungsprozesse zu integrieren. Durch die präzise Definition von Kunde, Artikel, Mengen und Zeiträumen schaffen Sie die Basis für eine proaktive Lagerwirtschaft und termingerechte Lieferungen.
Forecast-Dialog und Grunddaten
Abbildung 1: Forecast-Erstellungsdialog mit Kundenauswahl, Artikel-Definition und Mengenplanung.
Der Forecast-Dialog führt Sie strukturiert durch die Erfassung aller relevanten Planungsdaten und bietet dabei umfangreiche Validierungs- und Unterstützungsfunktionen.
Kundenspezifische Bedarfsplanung
Kunden-Auswahl präzisieren Die Auswahl "40013 - Abraham, Zackiewicz und Dragu" zeigt die Integration mit dem Kundenstamm. Jeder Forecast ist einem spezifischen Kunden zugeordnet, was kundenindividuelle Planungen und Analysen ermöglicht.
Kundenbezogene Besonderheiten Die kundenspezifische Zuordnung berücksichtigt automatisch besondere Vereinbarungen wie Mindestabnahmemengen, Lieferrhythmen oder saisonale Schwankungen, die im Kundenstamm hinterlegt sind.
Artikel-Management und Produktplanung
Artikel-Suche und -Auswahl Das Artikel-Dropdown "10018849 - Absorb Bed Baby" ermöglicht die gezielte Suche und Auswahl aus dem Artikelstamm. Die Artikelnummer sorgt für eindeutige Identifikation und verhindert Verwechslungen.
Produktspezifische Parameter Die Artikelauswahl übernimmt automatisch alle relevanten Stammdaten wie Verpackungseinheiten, Mindesthaltbarkeit oder besondere Lagerungsanforderungen in die Bedarfsplanung.
Mehrfach-Einträge verwalten Der Dialog unterstützt die Erfassung mehrerer Forecast-Positionen für verschiedene Artikel oder unterschiedliche Zeiträume desselben Artikels, wie die zweite Position "10019581 - Absorb Care Teller" zeigt.
Mengenplanung und Dimensionierung
Bedarfsmengen definieren Die Mengenangaben (1000 Stk, 1200 Stk) basieren auf den Planungsdaten des Kunden und sollten realistische Abschätzungen des tatsächlichen Bedarfs darstellen. Überdimensionierte Forecasts führen zu unnötigen Beständen.
Einheiten-Konsistenz Die automatische Übernahme der Artikeleinheit ("Stk") aus dem Artikelstamm gewährleistet Konsistenz in der gesamten Planung und verhindert Umrechnungsfehler.
Skalierung berücksichtigen Bei der Mengendefinition sollten Verpackungseinheiten, Mindestbestellmengen und Transportoptimierung berücksichtigt werden.
Zeitraum-Definition und Terminplanung
Planungshorizont festlegen Die Zeitraum-Definition (08.2025, 12.2025) bestimmt den Gültigkeitszeitraum des Forecasts. Unterschiedliche Artikel können verschiedene Planungshorizonte haben, je nach Beschaffungszeiten und Bedarfszyklen.
Bedarfstermine präzisieren Die Monatsgenaue Angabe ermöglicht eine präzise Beschaffungsplanung unter Berücksichtigung der Lieferzeiten und internen Verarbeitungszeiten.
Saisonalität abbilden Verschiedene Zeiträume für denselben Artikel können saisonale Schwankungen oder projektbezogene Bedarfe abbilden.
Zusatzinformationen und Beschreibungen
Bedarfsbeschreibung Das Beschreibungsfeld ermöglicht die Hinterlegung zusätzlicher Informationen wie:
- Besondere Qualitätsanforderungen
- Projektbezug oder Verwendungszweck
- Liefertermin-Flexibilität
- Alternative Artikel bei Verfügbarkeitsproblemen
Interne Vermerke Hier können auch interne Planungshinweise hinterlegt werden, die bei der Beschaffung oder Disposition berücksichtigt werden müssen.
Forecast-Integration in die Planungsprozesse
Automatisierte Bedarfsermittlung
Beschaffungsplanung Die erfassten Forecasts fließen automatisch in die Beschaffungsplanung ein und ermöglichen die rechtzeitige Bestellung bei Lieferanten. Das System berücksichtigt dabei Lieferzeiten und Mindestbestellmengen.
Bestandsoptimierung Durch die Verknüpfung mit der Lagerverwaltung können Bestände proaktiv aufgebaut oder reduziert werden, um den prognostizierten Bedarf optimal zu decken.
Kapazitätsplanung Bei eigenproduzierten Artikeln fließen die Forecasts in die Fertigungsplanung ein und ermöglichen eine vorausschauende Kapazitäts- und Materialplanung.
Controlling und Abweichungsanalyse
Plan-Ist-Vergleich Die systematische Erfassung von Forecasts ermöglicht später den Vergleich mit tatsächlichen Abrufen und die Analyse von Planungsgenauigkeit.
Trend-Erkennung Durch die kontinuierliche Aktualisierung der Forecasts werden Trends und Veränderungen im Kundenverhalten frühzeitig erkennbar.
Lieferservice-Optimierung Präzise Forecasts verbessern die Lieferfähigkeit und reduzieren gleichzeitig die Kapitalbindung in Lagerbeständen.
Verknüpfung mit anderen Modulen
Vertriebsintegration
Kundenaufträge Die Forecast-Daten unterstützen die Bearbeitung von Kundenaufträgen durch verbesserte Lieferzusagen und realistische Terminplanung.
Angebotserstellung Bei der Angebotserstellung können Forecast-Daten als Basis für Rahmenverträge oder Jahresvereinbarungen dienen.
Supply Chain Management
Lieferantenintegration Langfristige Forecasts ermöglichen strategische Vereinbarungen mit Lieferanten über Mengen, Preise und Lieferzeiten.
Transportplanung Die Forecast-Daten unterstützen die Optimierung von Transportaufträgen durch bessere Planbarkeit der Warenflüsse.
Qualitätsmanagement
Haltbarkeitsplanung Bei Artikeln mit begrenzter Haltbarkeit ermöglichen Forecasts eine optimierte Beschaffung unter Berücksichtigung der Umschlagsgeschwindigkeit.
Chargen-Management Die Bedarfsplanung unterstützt das Qualitätsmanagement bei der Chargenverfolgung und First-In-First-Out-Strategien.
Praktische Tipps für effektive Forecast-Erstellung
Datenqualität sicherstellen
Realistische Einschätzungen Basieren Sie Forecasts auf historischen Daten, Marktanalysen und konkreten Kundengesprächen. Übertrieben optimistische oder pessimistische Schätzungen führen zu Planungsfehlern.
Regelmäßige Aktualisierung Überprüfen und aktualisieren Sie Forecasts regelmäßig, um Änderungen in Marktbedingungen oder Kundenplänen zu berücksichtigen.
Granularität anpassen Wählen Sie die richtige Granularität: Detaillierte Forecasts für wichtige A-Artikel, aggregierte Planung für C-Artikel.
Zusammenarbeit optimieren
Kunden einbeziehen Arbeiten Sie eng mit Ihren Kunden zusammen, um verlässliche Bedarfsschätzungen zu erhalten. Gemeinsame Planungssitzungen verbessern die Prognosequalität.
Interne Abstimmung Koordinieren Sie Forecasts mit Vertrieb, Produktion und Einkauf, um alle Perspektiven zu berücksichtigen.
Externe Faktoren Berücksichtigen Sie externe Einflüsse wie Saisonalität, Markttrends oder regulatorische Änderungen.
Technische Optimierung
Automatisierung nutzen Implementieren Sie soweit möglich automatische Forecast-Updates basierend auf Verbrauchshistorien oder statistischen Modellen.
Schnittstellen etablieren Nutzen Sie Schnittstellen zu Kunden-Systemen für automatische Forecast-Updates oder EDI-basierte Bedarfsmeldungen.
Reporting implementieren Etablieren Sie regelmäßige Reports zur Forecast-Genauigkeit und identifizieren Sie Verbesserungspotentiale.
Risikomanagement
Szenario-Planung Entwickeln Sie verschiedene Forecast-Szenarien (optimistisch, realistisch, pessimistisch) für kritische Artikel oder unsichere Marktlagen.
Sicherheitsbestände Definieren Sie angemessene Sicherheitsbestände basierend auf Forecast-Unsicherheit und Lieferrisiken.
Eskalations-Prozesse Etablieren Sie Prozesse für den Umgang mit erheblichen Forecast-Abweichungen oder Notfällen.
Kontinuierliche Verbesserung
Messgrößen definieren Etablieren Sie KPIs zur Messung der Forecast-Genauigkeit (MAPE, Bias, etc.) und leiten Sie Verbesserungsmaßnahmen ab.
Lernprozesse Analysieren Sie regelmäßig Forecast-Fehler und deren Ursachen, um systematische Verbesserungen zu implementieren.
Best Practices teilen Dokumentieren und teilen Sie erfolgreiche Forecast-Methoden innerhalb der Organisation.
Die systematische und präzise Erstellung von Forecasts ist ein kritischer Erfolgsfaktor für eine effiziente Supply Chain. Durch die strukturierte Erfassung von Kundenbedarfen schaffen Sie die Grundlage für proaktive Planung, optimierte Bestände und exzellenten Kundenservice. Der Erfolg hängt maßgeblich von der Datenqualität, der regelmäßigen Aktualisierung und der engen Zusammenarbeit mit allen Beteiligten ab.