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Version 20260714.1

Analysemethode erstellen

Neue Analysemethoden definieren

Das Erstellen neuer Analysemethoden ist ein zentraler Baustein für die Standardisierung und Qualitätssicherung in Ihrem Qualitätsmanagementsystem. Hier definieren Sie nicht nur die technischen Parameter einer Methode, sondern schaffen auch die Grundlage für einheitliche Arbeitsabläufe und nachvollziehbare Prüfergebnisse.

Die Erstellung einer neuen Analysemethode in Argon ERP folgt einem strukturierten Prozess, der von den Basisdaten über die Attribut-Konfiguration bis hin zur detaillierten Arbeitsanweisung reicht. Jede neue Methode wird Teil Ihres Analysemethoden-Katalogs, wo sie für die Verwendung in Standardprüfplänen und Prüfaufträgen zur Verfügung steht.

Basisdaten der Analysemethode

Basisdaten der Analysemethode

Abbildung 1: Konfiguration der grundlegenden Parameter für eine neue Analysemethode.

Die Basisdaten bilden das Fundament jeder Analysemethode und legen fest, wie diese im System identifiziert und organisiert wird:

Allgemeine Informationen

Bezeichnung und Höhe: Die eindeutige Bezeichnung ist der primäre Identifikator für die Methode. Die Höhen-Angabe kann für spezielle Messanforderungen relevant sein, beispielsweise bei optischen Messverfahren oder mechanischen Prüfungen.

Methodenkennzeichen: Das Kennzeichen dient als kurzer, prägnanter Code für die schnelle Identifikation der Methode. Es sollte aussagekräftig und eindeutig sein, da es in Berichten und Dokumentationen häufig verwendet wird.

Methodentyp: Die Klassifizierung als "Eigene Methode" unterscheidet selbst entwickelte Verfahren von Standardmethoden oder Normenverfahren. Diese Unterscheidung ist wichtig für Audit-Zwecke und die Validierung von Methoden.

Methodenkategorie: Die Kategorisierung hilft bei der systematischen Organisation größerer Methodensammlungen. Kategorien wie "Entwicklungsprüfung", "Routineanalytik" oder "Referenzmethode" schaffen Klarheit über den Anwendungsbereich.

Methodengruppe: Die Gruppenbildung ermöglicht eine weitere Strukturierung, beispielsweise nach Analysenart ("Tests", "Messungen", "Bewertungen") oder nach Fachbereichen.

Kostenverwaltung und Stammdaten

Prüfkosten: Die hinterlegten Kosten fließen in die Kalkulation von Prüfaufträgen ein und ermöglichen eine präzise Kostenplanung für Qualitätsprüfungen.

SOP-Nr.: Die Standard Operating Procedure-Nummer verknüpft die Analysemethode mit bestehenden Arbeitsanweisungen und Verfahrensdokumentationen.

Quelle: Die Angabe der Quelle (z.B. "Metacarp GmbH (1400)") dokumentiert die Herkunft der Methode und ist wichtig für die Rückverfolgbarkeit und eventuelle Lizenzierungsfragen.

Sperre: Der Sperrstatus ermöglicht es, Methoden temporär oder dauerhaft zu deaktivieren, ohne sie aus dem System zu entfernen.

Messende Auswahl und Attribute

Attributive Auswahl

Abbildung 2: Konfiguration der Ergebnistypen und Prüfparameter für die Analysemethode.

Die Konfiguration der Messparameter bestimmt, wie Prüfergebnisse erfasst und bewertet werden:

Messende vs. Attributive Prüfung

Messende Auswahl: Bei quantitativen Messungen werden Zahlenwerte erfasst. Die Methoden-Einheit (z.B. "Millimeter") definiert die Maßeinheit für alle Messergebnisse.

Sollwert-Format: Das Format "Zahl" ermöglicht die Eingabe numerischer Grenzwerte und Sollwerte, die für die automatische Bewertung von Messergebnissen verwendet werden.

Attributive Auswahl: Bei qualitativen Prüfungen werden vordefinierte Bewertungskategorien verwendet. Typische Beispiele sind "entspricht/entspricht nicht" oder mehrstufige Bewertungsskalen.

Prüfablauf-Konfiguration

Prüfung nach: Die Festlegung "S3 Prüfung nach" definiert den zeitlichen Ablauf oder die Reihenfolge von Prüfschritten. Dies ist besonders wichtig bei mehrstufigen Analyseverfahren.

Prüfung durch: Die Spezifikation "Augen" zeigt, dass diese Methode eine visuelle Inspektion umfasst. Andere Optionen könnten Messgeräte oder automatisierte Systeme sein.

Arbeitsanweisung und Methodenbeschreibung

Arbeitsanweisungs-Editor

Abbildung 3: Rich-Text-Editor für die Erstellung detaillierter Arbeitsanweisungen.

Die Arbeitsanweisung ist das Herzstück jeder Analysemethode und stellt sicher, dass Prüfungen einheitlich und reproduzierbar durchgeführt werden:

Rich-Text-Editor-Funktionen

Der integrierte Editor bietet umfassende Formatierungsmöglichkeiten für professionelle Arbeitsanweisungen:

Textformatierung: Fett, kursiv, unterstrichen und durchgestrichen für die Hervorhebung wichtiger Informationen und Warnhinweise.

Strukturierung: Aufzählungszeichen und nummerierte Listen für Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Checklisten.

Überschriften: Verschiedene Überschriftenebenen für die klare Gliederung komplexer Arbeitsanweisungen.

Links und Medien: Integration von Hyperlinks zu verwandten Dokumenten und die Möglichkeit, Bilder und Tabellen einzufügen.

Detaillierte Arbeitsanweisungen

Arbeitsanweisung in Bearbeitung

Abbildung 4: Detaillierte Bearbeitung der Arbeitsanweisung mit Schritt-für-Schritt-Beschreibung.

Die Arbeitsanweisung sollte folgende Elemente enthalten:

Vorbereitung: Beschreibung der notwendigen Ausrüstung, Reagenzien und Umgebungsbedingungen.

Durchführung: Schrittweise Anleitung des Prüfablaufs mit präzisen Anweisungen und Zeitangaben.

Bewertungskriterien: Klare Definition der Akzeptanzkriterien und Bewertungsmaßstäbe.

Sicherheitshinweise: Relevante Arbeitsschutz- und Sicherheitsbestimmungen.

Dokumentation: Anforderungen an die Ergebnisdokumentation und Protokollführung.

Fehlerkatalog und Qualitätssicherung

Ein wichtiger Aspekt bei der Methodenerstellung ist die Definition möglicher Fehlerquellen und deren Behandlung:

Fehlerkatalog: Die Option "+ Eintrag hinzufügen" ermöglicht die systematische Erfassung typischer Fehler und Abweichungen, die bei der Anwendung der Methode auftreten können.

Korrekturmaßnahmen: Zu jedem identifizierten Fehler können entsprechende Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen definiert werden.

Schulungshinweise: Spezielle Anforderungen an die Qualifikation der Prüfer können dokumentiert werden.

Integration in das Qualitätsmanagementsystem

Verbindung zu anderen Modulen

Standardprüfpläne: Neue Analysemethoden stehen sofort für die Integration in Standardprüfpläne zur Verfügung.

Prüfaufträge: Bei der Erstellung von Prüfaufträgen können die definierten Methoden ausgewählt und ihre Parameter übernommen werden.

Reklamationsmanagement: Bei Qualitätsproblemen können die verwendeten Analysemethoden im Reklamationsmanagement referenziert werden.

Versionierung und Änderungsmanagement

Analysemethoden unterliegen oft Weiterentwicklungen und Anpassungen:

Änderungsdokumentation: Alle Modifikationen an Methoden werden im System protokolliert und können nachvollzogen werden.

Versionskontrolle: Verschiedene Versionen einer Methode können parallel existieren, um laufende Prüfungen nicht zu beeinträchtigen.

Validierung: Neue oder geänderte Methoden durchlaufen definierte Validierungsprozesse, bevor sie für die Routineanwendung freigegeben werden.

Best Practices für die Methodenerstellung

Strukturierte Herangehensweise

Methodenanalyse: Vor der Erstellung sollte geprüft werden, ob ähnliche Methoden bereits existieren und angepasst werden können.

Stakeholder-Einbindung: Prüfer, Qualitätsmanager und Fachexperten sollten in die Methodenentwicklung einbezogen werden.

Pilotphase: Neue Methoden sollten zunächst in einem begrenzten Rahmen getestet werden, bevor sie vollständig implementiert werden.

Qualitätskriterien

Eindeutigkeit: Arbeitsanweisungen müssen so formuliert sein, dass sie von verschiedenen Prüfern einheitlich interpretiert werden.

Vollständigkeit: Alle für die Durchführung notwendigen Informationen müssen enthalten sein.

Nachvollziehbarkeit: Der Prüfablauf muss dokumentierbar und auditierbar sein.

Wirtschaftlichkeit: Aufwand und Nutzen der Methode müssen in einem angemessenen Verhältnis stehen.

Die systematische Erstellung von Analysemethoden in Argon ERP schafft die Grundlage für ein effizientes und standardisiertes Qualitätsmanagementsystem. Durch die strukturierte Erfassung aller relevanten Parameter und die Integration in die bestehenden Qualitätsprozesse wird eine konsistente und nachvollziehbare Qualitätsprüfung gewährleistet.