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Kalkulationsvorlagen
Kalkulationsstandards für das Unternehmen
Das Modul Kalkulationsvorlagen ermöglicht die Definition und Verwaltung standardisierter Kalkulationsschemas für verschiedene Produktkategorien und Geschäftsbereiche. Durch vordefinierte Vorlagen wird eine einheitliche und nachvollziehbare Preisgestaltung gewährleistet, die gleichzeitig Flexibilität für spezifische Anforderungen bietet. Die Vorlagen dienen als Grundlage für die automatisierte Preiskalkulation neuer Artikel und gewährleisten eine konsistente Preispolitik im gesamten Unternehmen.
Übersicht und Verwaltung
Abbildung 1: Übersicht der Kalkulationsvorlagen mit grundlegenden Einstellungen.
Das Kalkulationsvorlagen-Modul präsentiert sich mit einer klaren zweigeteilten Struktur. Die linke Navigationsleiste zeigt alle verfügbaren Kalkulationsvorlagen in einer chronologisch sortierten Liste an, wobei jede Vorlage mit ihrem Namen und dem Erstellungsdatum gekennzeichnet ist. Die Standardkalkulation wird besonders hervorgehoben und dient als Basis für neue Artikelkalkulationen.
Der rechte Bearbeitungsbereich unterteilt sich in die Registerkarten Allgemein und Vorlage, die eine umfassende Definition der Kalkulationsparameter ermöglichen. Im Allgemein-Tab werden die grundlegenden Eigenschaften der Vorlage festgelegt, während der Vorlage-Tab die detaillierten Kalkulationsschritte und Zuschläge definiert.
Grundeinstellungen
In der Registerkarte Allgemein werden die fundamentalen Eigenschaften der Kalkulationsvorlage definiert. Der Titel identifiziert die Vorlage eindeutig und sollte aussagekräftig für den Anwendungsbereich gewählt werden. Die Beschreibung ermöglicht eine detaillierte Erläuterung des Einsatzbereichs und der besonderen Eigenschaften der Vorlage.
Das Gesperrt-Kennzeichen verhindert versehentliche Änderungen an etablierten Vorlagen und gewährleistet die Stabilität bewährter Kalkulationsschemas. Diese Funktion ist besonders wichtig für Standardvorlagen, die als Basis für umfangreiche Produktkataloge dienen.
Detaillierte Kalkulationsvorlage
Abbildung 2: Detaillierte Konfiguration der Kalkulationsschritte und Zuschläge.
Die Registerkarte Vorlage bildet das Herzstück der Kalkulationsdefinition und ermöglicht die präzise Festlegung aller Kostenelemente und Zuschläge. Die Struktur folgt dem typischen Kalkulationsschema von den Einstandskosten bis zum finalen Verkaufspreis.
Grundpreise und Einkaufskonditionen
Der obere Bereich definiert die Grundlagen der Preiskalkulation. Der EK (Einkaufspreis) bildet die Basis aller weiteren Berechnungen, während Rabatt und Skonto die üblichen Einkaufskonditionen abbilden. Diese Werte können als feste Beträge oder prozentuale Abschläge definiert werden.
Der LEP (Listeneinkaufspreis) und BEP (Bareinkaufspreis) dokumentieren die verschiedenen Preisstufen im Einkaufsprozess und ermöglichen eine transparente Nachverfolgung der tatsächlichen Beschaffungskosten.
Bezugskostenberechnung
Der mittlere Bereich erfasst alle zusätzlichen Kosten, die bei der Beschaffung und Bereitstellung der Ware entstehen. Bezugs-/Frachtkosten und Zoll werden als absolute Eurobeträge erfasst und automatisch zum Bezugspreis addiert.
Die umfangreiche Liste der Kostenpositionen umfasst alle relevanten Aspekte der Warenbehandlung:
- Fracht zum Kunden für Versandkosten
- Mindermengenzuschlag für kleine Bestellmengen
- Verpackung für zusätzliche Verpackungen
Servicekosten und Dienstleistungen
Der untere Bereich der Vorlage erfasst alle servicebezogenen Kostenpositionen, die über die reine Warenlieferung hinausgehen. Fracht zum Dienstleister, Dienstleistung, Erstellung Dokumente und Analyse/Prüfungen dokumentieren zusätzliche Wertschöpfungsschritte.
Die Lagerhaltung als eigene Kostenposition ermöglicht die Berücksichtigung von Lagerkosten in der Preiskalkulation und unterstützt eine verursachungsgerechte Kostenverteilung.
Preisaufschläge und Margen
Der Bereich Einstandspreis markiert den Übergang von den Kosten zu den Verkaufspreisen. Der Gemeinkostenzuschlag wird als prozentualer Aufschlag definiert und berücksichtigt die allgemeinen Unternehmenskosten.
Die Selbstkosten bilden die Grundlage für die Gewinnberechnung, während Gewinn als prozentualer Aufschlag die gewünschte Marge definiert. Die verschiedenen Verkaufspreisstufen BVP (Barverkaufspreis), ZVP (Zielverkaufspreis) und LVP (Listenverkaufspreis) ermöglichen eine differenzierte Preisgestaltung für verschiedene Kundengruppen und Zahlungskonditionen.
Integration und Verknüpfungen
Das Kalkulationsvorlagen-Modul ist eng mit anderen Bereichen des ERP-Systems verknüpft. Die Verbindung zum Artikelstamm ermöglicht die automatische Anwendung der Vorlagen bei der Neuanlage von Artikeln. Die Integration mit den Preislisten gewährleistet eine konsistente Preisgestaltung über alle Vertriebskanäle.
Die Verknüpfung mit dem Kundenstamm ermöglicht kundenspezifische Kalkulationsanpassungen, während die Integration mit Warehouse-Modulen wie der Lagerbestandsliste aktuelle Beschaffungskosten in die Kalkulation einbezieht.
Durch die Verbindung zum Protokoll Änderungsmanagement werden alle Änderungen an Kalkulationsvorlagen nachvollziehbar dokumentiert und können bei Bedarf rückverfolgt werden. Dies gewährleistet eine vollständige Audit-Spur für alle preisrelevanten Entscheidungen.